Der international bekannte französische Handyhersteller Wiko bietet seit Mitte September seine Smartphones auch auf dem deutschen Markt an. Doch kann Wiko mit den alt vertrauten Handyherstellern wie Samsung und Co. konkurrieren oder wird dieser wieder so plötzlich wie er kam vom Markt verdrängt werden? – Wir haben für Sie das Wiko Cink Peax 2 getestet und geprüft ob das 200€ Smartphone seinen Preis wert ist.

Dieses Produkt wurde uns kostenfrei vom Hersteller zur Verfügung gestellt. Unsere Berichte werden stets nach unserem Leitbild verfasst. (Mehr Infos)

Herstellerinfos

Wiko ist nach eigenen Angaben die Nr. 1 im französischen Online Smartphone Markt (betrifft Onlineverkäufe von Smartphones ohne Umsatz der Netzbetreiber). Nun sind seit Mitte September auch 3 Wiko Smartphone Modelle in Deutschland verfügbar. Diese wären das Sublim, Darkside und das Cink Peax 2. Die Marketing Strategie von Wiko ist es die Smartphones im Vergleich zur Konkurrenz deutlich günstiger anzubieten. So ist das Cink Peax 2 schon für 200€ verfügbar. Doch wie viel der Hersteller einsparen musste um diesen Preis zu ermöglichen und ob sich das Sparen an dieser Stelle lohnt sehen Sie hier in unserem Härtetest.

Folgende Besonderheiten hat das Wiko Cink Peax 2:

  • Quadcore CPU (4x 1,2GHz)
  • Hochauflösendes Display 4,5 Zoll (540*960px)
  • Austauschbarer Akku (1800 mAh)
  • Dual SIM (2 Simkarten gleichzeitig nutzbar)
  • 8 Mega Pixel Back-Kamera, 1,9 Mega Pixel Front-Kamera
  • Android Version 4.1.2 Jelly Bean @ Linux Kernel 3.4.5
  • 1 GB Arbeitsspeicher
  • Micro SD Kartenslot bis 32 GB
  • Mehrfarbige Anzeigen LED
  • Bluetooth 4.0
  • GPS und A-GPS

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Erster Eindruck und Zubehör

Das nur 200€ teure Smartphone wird in einer edel gestalteten und handlichen Verpackung geliefert, welche nicht unnötig Umweltbelastend ist, aber dennoch ausreichend Schutz bietet. Inhalt der Schachtel ist ein Headset, ein USB Stecker/Adapter, ein Micro USB Kabel, ein Benutzerhandbuch und natürlich das Smartphone selbst samt Akku. Alles in allem macht auf den ersten Blick einen positiven Eindruck.

Eine tolle Entdeckung lässt sich hier schon feststellen: Der Akku ist austauschbar und somit anders als bei einem iPhone im Falle des Defekts sehr simple zu ersetzen. Das schlanke Smartphone liegt sehr gut in der Hand und ist sehr komfortabel, da es mit 4,5 Zoll in einer nahezu perfekten Größe ist und nur 124 Gramm wiegt. Nicht zu groß und nicht zu klein. Die Verarbeitung und Qualität des Äußeren überrascht mich sehr positiv, denn in Bezug auf Autos habe ich mit französichen Herstellern im Thema Qualität absolut keine gute Erfahrung machen können. Aber hier ist es anders. Man erkennt zwar, dass an manchen Stellen gespart wurde, aber das ist bei einem 200€ Smartphone überraschend wenig und es macht keinen instabilen oder zerbrechlichen Eindruck. Eine weitere Besonderheit ist die intelligente Position des Mikrofons. Dieses ist nicht wie gewohnt an der unteren Kante mittig platziert, sondern an der rechten Seite der Kante. Dadurch ist das Mikrofon bei Rechtshändern deutlich näher am Mund wenn man das Handy ans Ohr hält.

Jedoch lässt sich auch ein kleiner Nachteil finden, denn der Micro USB Anschluss besitzt keinen Staubschutz. Aber dies sollte nicht allzu dramatisch sein.

Installation und Benutzerfreundlichkeit

Die Installation und Einrichtung des Wiko Smartphones ging dank Android 4.1.2 alias Jelly Bean sehr schnell und war mit 3 Klicks erledigt. Natürlich kommen hierbei noch alle benutzerspezifischen Einstellungen hinzu, die jeder für sich selbst wählen muss. Doch auch dies ist sehr schnell erledigt und für Nutzer mit Android Erfahrung absolut kein Problem.

Benutzerfreundlich ist das Wiko Cink Peax 2 auch, denn dafür hat bereits Google mit Android gesorgt. Doch auch die gerätespezifischen Funktionen sind einfach zu verstehen, denn die Lautstärkewippe, der An-Schalter und das 3 Tastige Touchpanel (Menü, Home, Zurück) sind schon lange bekannt und haben sich bei fast allen Herstellern als Standard durchgesetzt.
Die schlichten vorinstallierten Apps sind ebenfalls sehr schnell zu verstehen und man findet sich sofort zurecht, da kaum was Unnötiges vorinstalliert wurde. Doch dazu später mehr.

Funktionalität und Besonderheiten

Auf den folgenden Screenshots sind die Antutu Benchmark Werte und eine Akkulaufzeit-Statistik zu entnehmen. Das Benchmark zeigt, dass das 200€ teure Wiko Cink Peax 2 durchaus vergleichbar mit dem ehemaligem Top-Modell Samsung Galaxy S2 und S3 zu vergleichen ist. Das Wiko Smartphone liegt genau zwischendrin. Es ist in vielen Punkten, besonders durch den Quad Core Prozessor, deutlich besser als das Galaxy S2. Dafür dass das Galaxy S2 ca. 100€ teurer ist als das Wiko Cink Peax 2 ist das schwach für das Samsung Smartphone. Das Samsung Galaxy S3 hingegen schneidet in den meisten Punkten besser ab als das Cink Peax 2, jedoch kostet dies aktuell ca. 150€ mehr.

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Für die Akkulaufzeit muss jeder für sich selbst definieren was gut und was schlecht bedeutet. Ich z.B. habe meistens lange Standby Zeiten und nutze das Gerät relativ wenig aktiv.

Wie sieht es denn mit den beiden Kameras aus? Folgende Bilder zeigen die Qualität der Back- und Front-Kamera. Allerdings sind die Front-Kamera Bilder vom Winkel nicht Optimal, da diese sehr umständlich zu machen waren. Ich persönlich bin mit beiden Kameras zufrieden. Die hintere Kamera macht scharfe Schnappschüsse und sorgt für ein farbenvolles Bild. Die Front-Kamera eignet sich bestens um mit seinen Freunden zu skypen oder um der Freundin ein Bild per WhatsApp zu senden. Wer professionelle Bilder macht kauft sich natürlich kein Smartphone, aber für eine Handy Kamera ist diese in Ordnung.

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Durch Android 4.1.2 Jelly Bean und den Cortex-A7 Quadcore Prozessor mit 4 mal 1,2GHz fühlt sich das Smartphone bei der Bedienung besonders elegant an und hängt nicht mit den Berechnungen hinterher. So ist dies ein sehr performantes und aktuelles Smartphone der oberen Mittelklasse. Android 4.1.2 ist aber nicht alles, denn das Cink Cink Peax 2 nutzt den Linux Kernel 3.4.5 und ist damit noch eines der wenigen Smartphones mit diesem „neuen“ Kernel. Viele Modelle nutzen noch den Linux Kernel 3.0 oder gar 2.6. Durch die Veränderungen in 3.4 ist die Performance deutlich verbessert worden und der Deep Sleep Modus sorgt weiterhin gleichzeitig für einen guten Akkuverbrauch. Des Weiteren bedeutet Kernel 3.4, dass das Handy bereit ist um ein paar Jahre in der Zukunft zu überleben, sofern entweder Wiko oder ein Open Source Entwickler sich dazu entschließt dieses Gerät mit Updates zu versorgen.

Eine wichtige Besonderheit, die das Wiko Cink Peax 2 von vielen anderen Smartphones unterscheidet ist die Dual Sim Funktion. Hierbei lassen sich 2 Sim Karten ins Handy einlegen und gleichzeitig nutzen. Eine tolle Sache ist, dass man sogar 2 „normale“ Sim Karten einlegen kann und nicht zwingend eine Mini oder Micro Sim-Karte benötigt wird. Daher konnte ich auch sofort loslegen.
Alles ist perfekt konfigurierbar. Beispielsweise sind bestimmte Kontakte mit Sim Karte 1 zu belegen und andere mit Sim Karte 2 oder man kann vor jedem Anruf und jeder SMS die gewünschte Sim Karte auswählen. Auch die Datenverbindung lässt sich von beiden Sim Karten nutzen. So lassen sich für einige Leute viele Kosten sparen. Außerdem hat man dadurch auch 2 Nummern und je nach Anbietern auch 2 verschiedene Mobilfunknetze zur Verfügung.

Dass Wiko auf dem deutschen Markt noch sehr unbekannt ist hat den riesen Vorteil des niedrigen Preises, jedoch bringt dies auch einen Nachteil mit sich, denn durch die wenigen verbreiteten Geräte gibt es noch keine Möglichkeit es zu rooten, geschweige denn Custom ROMs. So ist der Benutzer derzeit noch auf die Stocksoftware angewiesen. Doch Jelly Bean 4.1.2 ist ja noch sehr aktuell und da Wiko auch die Sourcecodes für die ROM veröffentlicht hat dürfte es nur eine Frage der Zeit sein bis sich ein passender Entwickler findet, der eine Custom ROM zur Verfügung stellt. Allerdings gibt es eine große Schwierigkeit die alternative Android Distribution CyanogenMod für das Wiko Cink Peax 2 zu entwickeln, da diese aktuell noch keine Dual Sim Geräte unterstützen.
Wie es mit offiziellen Updates aussehen wird ist noch unklar und lässt sich leider schwer innerhalb von 2 Wochen testen. Hierbei kann man nur spekulieren ob das Cink Peax 2 eines Tages Android 4.2.2 oder das derzeit aktuellste Android 4.3 erhalten wird. Jedenfalls ist klar, dass die Hardware des Handys definitiv unter Android 4.3 keine Probleme machen wird und sich auch in Zukunft noch halten sollte.

Wie jeder Smartphone Hersteller installiert auch Wiko einige System Apps von Haus aus mit. Diese Lassen sich in der Regel nicht löschen und müssen auf dem Handy bleiben (es sei denn man „rootet“ das Smartphone). Was das zur Folge hat ist, dass unnötige Apps den RAM unnötig belegen und somit potentiellen anderen Apps den Arbeitsspeicher „klauen“. Doch bei Wiko sind es erstaunlich wenige vorinstallierte Apps. Es handelt sich hierbei bloß um Grundfunktionen wie Wecker, Radio, Kamera, E-Mail, Google Maps, etc. Werbeapps sind keine zu finden. Im Vergleich: Mein altes Samsung Galaxy Wonder war mit Apps nur zugemüllt gewesen und diese ließen sich nicht löschen. Es war nicht nur nervig dass sie den RAM belegten sondern auch, dass mein Launcher diese alle anzeigte. Beim Wiko Smartphone zeigt der Stock Launcher auch alle Apps an, aber hier kann der Anwender auch seinen eigenen Launcher nutzen, so habe ich mir Apex installiert. Außerdem steht natürlich wie bei jedem Android Gerät der komplette Google Play Store zur Verfügung, so dass man an Apps natürlich jederzeit nachrüsten kann und immer aktuell bleibt.

Ganz wichtig bei Handys ist die Qualität der Telefonie, welche stark abhängig ist vom Mikrofon und Lautsprecher. Das Mikrofon klingt ganz normal, nichts Besonderes, aber auch nichts Schlechtes. Es handelt sich um ein gewohntes Mikrofon, ohne Rauschen und Störeffekte. Der vordere kleine Lautsprecher klingt gut und hat ebenfalls keine nervigen Effekte wie Quietschen oder Rauschen. So macht Telefonieren spaß!
Anders ist allerdings der große Lautsprecher. Dieser klingt nicht besonders gut und ist sehr leise. Aber zum Mithören eines Telefongesprächs für andere ist er ausreichend.

Fazit

Das Wiko Cink Peax 2 hat im Großen und Ganzen in allen Tests gut abgeschnitten und zufriedenstellende bis hin zu überraschende Ergebnisse gezeigt. Hier im Fazit ist nochmal deutlich zu machen, dass wir über ein 200€ Smartphone reden. Es hat uns mit seiner echt guten Qualität überzeugt. Der einzige echte Nachteil an der Hardware, der den ein oder anderen etwas nerven könnte, ist der leise Lautsprecher. Ansonsten gilt: Echt gut gemacht Wiko! Daher können wir dieses Gerät guten Gewissens mit 4,5 Sternen bewerten.

Nachtrag 18.10.2013: Hier gehts zur Root Anleitung des Wiko Cink Peax 2

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