Nachdem gestern Facebooks Kauf von WhatsApp verkündet wurde, überlegen sich einige Nutzer, ob sie nun zu einem alternativen kostenlosen Kurznachrichtendienst wechseln sollen. Wir von TechFire haben einige Alternativen herausgesucht und diese hier kurz aufgeführt. Außerdem erklären wir, was es nun bedeutet, dass der Internetriese Facebook sich an dem Dienst WhatsApp bereichert hat.

Allgemeine Info

Gestern wurde bekannt gegeben, dass Facebook den Kurznachrichten-Dienst WhatsApp für 19 Mrd. US Dollar aufgekauft hat. WhatsApp hat sich in den letzten Jahren sehr schnell verbreitet und nach eigenen Angaben aktuell einen Status von 450 Millionen aktiven Nutzern erreicht. Beeindruckend ist der extrem hohe Kaufpreis, denn noch nie zu vor hat ein technisches Unternehmen soviel Geld investiert um ein Startup aufzukaufen. Zuvor galt der Kauf Microsofts von Skype mit 8,5 Mrd. US Dollar als größter Kauf in der Geschichte des technischen Bereiches.

Doch was will der Riese Facebook mit WhatsApp? Wenn man die Zahlen ein wenig näher betrachtet stellt man fest, dass Facebook über 42 US Dollar pro aktivem WhatsApp Nutzer gezahlt hat. Den Kaufpreis also nur durch Werbung wieder einzuspielen würde so lange dauern, dass bis dahin der Trend WhatsApp vermutlich schon lange Vergangenheit ist. Allerdings lässt sich WhatsApp wunderbar mit Facebook koppeln und so könnte Mark Zuckerberg sein Projekt um noch mehr Benutzer und vor allem um noch mehr Trafik erweitern.

Was ist das gefährliche an Facebook?

Neben psychologischen und manipulativen Kritikpunkten, die Anwender abhängig machen können, Cybermobbing unterstützen oder die menschlichen Werte, sowie die Sprache negativ belasten können, steht als größter Kritikpunkt schon seit langem der Datenschutz um Raum. Dass unsere Daten nicht nur von Facebook, sondern auch unzähliger anderer Internetdienst Anbeitern gesammelt werden ist spätestens nach dem NSA Skandal kein Geheimnis mehr. Welchem Anbieter man in dieser Hinsicht vertrauen kann, kann man leider nicht ohne Garantie sagen.

Facebook sammelt unsere Daten, soviel ist klar. Doch wozu überhaupt und warum sollte Dir das nicht egal sein? – Als öffentlichen und durchaus auch plausiblen Grund gibt Facebook vor die Daten ähnlich wie Google für Werbezwecke zu sammeln und um das System zu verbessern und intelligenter zu gestalten. So wird nicht nur Werbung passend auf Dich zugeschnitten und du dadurch noch intensiver dazu manipuliert ein bestimmtes Produkt zu kaufen, sondern auch das System selbst kann dadurch verbessert werden. Dies geschieht beispielsweise indem Dir auf Deiner Facebook Seite Personen als Bekannte/Freunde vorgeschlagen werden, obwohl du möglicherweise nie zuvor eines ihrer Profile aufgerufen hast. Soweit kann man ja noch sagen, dass alles in Ordnung ist: Facebook sammelt private Daten, um das System zu verbessern und um zielgerichtete Werbung zu schalten, damit die Betreiber auch was an ihrer vielen Arbeit verdienen.

Aber leider verbergen sich hinter diesen plausiblen Vorteilen auch einige andere Möglichkeiten, die nicht im Interesse des einfachen Anbieters sind. Bevor wir diese Szenarien durchspielen, muss aber geklärt werden, welche Daten Facebook über einen hat. Wichtig ist es hierbei auch ehrlich zu sich selbst zu sein, denn einige sagen „Andere ja, aber ich schreibe keine Geheimnisse in Facebook“. Allerdings trifft diese Aussage leider nur auf die Wenigsten zu von denen, die eine solche Aussage treffen. Facebook sammelt nämlich alle Daten, zumindest haben sie die Möglichkeit dazu und davon müssen wir auch ausgehen. Das bedeutet, dass Facebook alle öffentlichen und privaten Posts und Nachrichten sammelt, sowie Statistiken dazu, wieviel Zeit der entsprechende Anwender im Internet und wieviel davon vor Facebook verbringt sowie einige weitere Statistiken, aus denen sich einige Verhaltensmuster ableiten lassen, wie z.B. den regelmäßigen Onlinezeiten (z.B. nur Montags oder nur von 5-9, etc.). Hierbei müssen wir bedenken, dass wir nur von Facebook selbst reden. Doch Instagram und nun auch WhatsApp gehören dazu und erhöhen dadurch die Summe an Daten (Nachrichten, Statistiken, Bildern, Videos, Sprachaufnahmen, etc.). Aber wenn Du denkst, dass das alles sei, dann irrst Du Dich. Denn ein riesen Teil fehlt noch: Jede Webseite, die irgendwo einen Facebook Like Button oder ähnlichen Facebook Button mittels HTML Code von Facebook in ihrem Content eingebunden hat, wird automatisch von Facebook ausspioniert. Damit weiß Facebook sofort auf welcher Webseite ihr euch gerade welchen Artikel durchgelesen habt und zu welcher Uhrzeit mit welchem Browser, Betriebssystem und evtl. sogar mit Standort. Aus diesem Grunde haben wir von TechFire übrigens einen eigenen Facebook Button auf unserer Seite, so dass Facebook durch uns nicht weiß, dass Du gerade diesen Artikel ließt. Aber auch das war noch nicht alles. Du hast ein Smartphone? Auch dort wirst du massiv ausspioniert durch die Facebook App (auch durch andere Apps), die jede Menge Informationen wie z.B. Standortdaten (in welchem Laden du gerade lange bist), Dein Adressbuch, Onlinezeiten, etc. im Hintergrund versenden, ohne dass Du dies aktiv wahrnimmst.

Zu diesen vielen gesammelten Daten muss man sich natürlich eine 1A Verwaltung vorstellen. So hat jeder Nutzer (und sicherlich auch Nicht-Nutzer) bei Facebook ein Profil bzw. eine ID, mit der Facebook intern die Daten verwalten und sortieren kann, sodass schnellstmöglichst sämtliche Informationen über eine bestimmte Person zum Abruf bereit stehen. Dies könnte äußert nützlich sein für Regierungen und der NSA Skandal zeigt wie realistisch dieser Gedanke ist. Nun sagen einige „ich habe ja nichts zu verbergen, denn ich bin kein Verbrecher oder Terrorist“. So eine Aussage macht mich traurig, da die Person offenbar keine Ahnung mehr davon hat, was es bedeutet eine Privatsphäre zu haben. Es gibt Informationen, die privat sind und privat bleiben sollen und da sollte nur die jeweilige Person allein entscheiden dürfen, mit wem sie über ihre engsten Gedanken und Geheimnisse sprechen/schreiben möchte. – Die Daten können also sehr extrem Missbraucht werden.

An dieser Stelle möchte ich gerne kurz die Organisation Europe versus Facebook vorstellen, die auf ihrer Webseite einiges an Informationen und Material bezüglich dieses Themas anbietet. Außerdem wird dort ein Formular angeboten, mit welchem man bei Facebook alle seine Daten anfordern und einsehen kann, was uns aufgrund eines Gesetzes ermöglicht wird. Dies funktioniert wirklich und die Webseite erklärt den Ablauf sehr gut. Ob Facebook bei einer solchen Anfrage ganz ehrlich ist, kann man leider nicht mit Garantie sagen. Aber es ist sicher für einige Personen interessant sich mal anzusehen, wieviele Daten Facebook tatsächlich über einen hat. Du wirst Dich wundern!

Link: http://www.europe-v-facebook.org/DE/de.html

Welche Alternativen habe ich?

Zu WhatsApp sind in den letzten Jahren zahlreiche Alternativen entstanden, die alle ein Problem teilen: die große Konkurrenz. Da kann eine Nachrichten App tausend Mal besser programmiert sein als WhatsApp und dennoch fehlen ihr die Nutzer, da sich alle auf WhatsApp festgefahren haben. Aber eventuell kannst auch Du aktiv werden und Dir die ein oder andere App parallel installieren, um damit zu beginnen den Trend neu zu setzen.

Folgende Apps lohnt es sich anzusehen:

Falls Du noch Rückfragen hast oder Dir wichtige Ergänzungen einfallen, dann kannst Du dich gerne via Kommentarfunktion melden. Wir freuen uns auch über ein Kommentar in dem Du schreibst welche App Du nutzt und wieso ausgerechnet diese.