Funknetzwerke wie 802.11 WLAN kommen immer vermehrt zum Einsatz. Allerdings bringt ein klassischer LAN Anschluss immer noch seine Vorteile mit sich, weshalb sich einige Leute lieber Heimnetzwerk mit LAN Dosen aufbauen. Diese lassen sich günstig und einfach nachrüsten. Wir zeigen wie es geht!

Dieses Produkt wurde uns kostenfrei vom Hersteller zur Verfügung gestellt. Unsere Berichte werden stets nach unserem Leitbild verfasst. (Mehr Infos)

Warum eine Netzwerkdose setzen?

Eine Netzwerkdose ist nicht nur was für Öko-Freaks, die absolut gegen Strahlung sind, sondern sie bringt gegenüber der mobilen und flexiblen WLAN Verbindung einige Vorteile. Ein klassisches Heimnetzwerk bestehend aus echten LAN Verbindungen haben gegenüber WLAN im privaten Gebrauch fast immer die folgenden Vorteile:

  • Stabiliere Verbindung (kaum/gar keine Abstürze)
  • Schnellere Verbindung (mit CAT6a und/oder CAT7 bis zu 10Gigabit/s)
  • Geringere Latenzzeiten (niedrigerer Ping bei online Games)
  • Energie sparender
  • Keine gesundheitsschädliche Strahlung

Was bedeutet CAT bei den Netzwerkprodukten?

CAT steht für Category, also Kategorie, und beschreibt den einheitlich genormten Standard, in welche alle Netzwerkkabel, Netzwerkdosen, Switches, etc. eingeteilt sind. Die meisten dieser Kategorien sind untereinander kompatibel, da bei den Kabeln „nur“ Adern anders verdreht oder die Geräte besser abgeschirmt wurden. Dadurch werden unterschiedliche Geschwindigkeiten erreicht, die wie folgt zuzuordnen sind:

  • CAT 5e – 100 MBit/s
  • CAT 6 – 1 GBit/s
  • CAT 6a – 10 GBit/s
  • CAT 7 – 10 GBit/s
  • CAT 7a – 10 GBit/s

Diese Geschwindigkeiten können, sofern man konsequent auf die Norm bei allen Bauteilen achtet, im Heimnetzwerk auch erreicht werden. Dabei hieße, dass über eine 10 GBit/s Verbindung von einem Heimserver sogar mit bis zu 1,25 GByte/s heruntergeladen werden könnte. Allerdings würde dies die Festplatte leider nicht mitmachen. Es wird aber deutlich dabei, dass es sich bei einer solchen Verbindung um ein Heimnetzwerk mit Zukunft handelt und da man nicht alle paar Jahre neue Kabel verlegen und neue Dosen setzen möchte, ist es durchaus sinnvoll bereits jetzt eines der hochklassigen Kabel zu verlegen. Da bei allen von uns aufgeführten Kategorien zwischen den Kabeln keine riesigen Preisunterschiede herrschen, empfehlen wir CAT 7a und da es dazu keine RJ45 Steckerbuchse gibt, empfehlen wir, das CAT 7a Kabel an eine CAT 6a Dose zu klemmen. Vom Verlegen eines CAT 5e Kabels raten wir ab, da dieses für solche Zwecke nun schon zu veraltet ist.

Danke Digitus

Bevor wir zu dem Tutorial kommen, möchten wir uns an dieser Stelle noch einmal bei Digitus bedanken! Da der Hersteller so freundlich war uns die entsprechenden Produkte zur Verfügung zu stellen, wurde es uns ermöglicht dieses Tutorial zu verfassen. Digitus ist ein Hersteller für PC-Zubehör und vor allem Netzwerktechnik. Neben Routern und Switches wird genau die richtige Hardware angeboten, die für den Ausbau eines Heimnetzwerks benötigt wird: Netzwerkkabel, Aufputzdosen, Unterputzdosen, LSA Legewerkzeug, Abisolierzangen und ein Kabeltester sind im Sortiment von Digitus zu finden.

CAT 6a Aufputzdose installieren

Die Installation einer CAT 6a Aufputzdose gestaltet sich im Grunde genommen genau so, wie die Installation einer CAT 6 oder CAT 5e Aufputzdose. Bei den Unterputzdosen ist die Verkabelung ebenfalls exakt dasselbe Prozedere. Wer dies noch nie durchgeführt hat, sollte aber keine Angst haben und nicht zurückschrecken, denn es lässt sich viel einfacher realisieren als man anfangs glauben mag.

Schritt 1: Dose/Schale anbringen

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Dieser Schritt versteht sich fast von selbst. Es muss zuerst die Netzwerkschale, also die Dose selbst, am gewünschten Ort angebracht werden. Dazu sind in (wahrscheinlich) allen Netzwerkdosen vorgebohrte Löcher zu finden, durch welche schnell zwei bis vier Schrauben gedreht sind.

Schritt 2: Buchse aufschrauben

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In diesem Schritt muss der Decker der Buchse abgeschraubt werden. Dieser dient zur Abschirmung und sollte daher am Ende auch wieder aufgeschraubt werden, damit auch die höchstmögliche Geschwindigkeit erreicht wird. Diesen also aus Platzgründen weg zu lassen, wäre keine gute Idee. Das zweite Bild zeigt die CAT 6a Buchse im geöffneten Zustand.

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Schritt 3: Netzwerkkabel vorbereiten

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Nun muss das Netzwerkkabel, in unserem Fall der CAT 6a, vorbereitet werden. Dazu wird vorsichtig die äußere Isolierung (im Bild schwarz) in einem Abstand von ca. 6cm gelöst. Darauf folgt (ab CAT 6) die Masse als weitere Isolierung. Diese sollte gebündelt und nach hinten richtung Netzwerkkabel gebogen werden, damit sie später das Metall der Dose berührt. Die einzelnen Adern sind erstmal in diesem Zustand zu lassen. Da bei Netzwerkdosen mit der LSA Technik gearbeitete wird, müssen diese nicht manuell abisoliert werden. Es ist darauf zu achten, dass die Adernpaare zu erkennen bleiben, so dass man die weißen Adern noch zu den dazugehörigen Farbigen zuordnen kann.

Für eine perfekte Abschirmung sollte die silberne Folie, die um die Adernpaare gewickelt ist, erst so spät wie möglich entfernt werden. Auf den Bildern ist das nicht ganz so Ideal gelungen, da es dafür etwas Feinmotorik bedarf. In den allermeisten Fällen (vor allem im Privatgebraucht) macht diese Feinheit aber keinen spürbaren Unterschied, da die Schirmung zum einen nur an einem kurzen Stück fehlt und zum anderen die Dose selbst auch nochmals abschirmt. Wenn das Ergebnis also ähnlich aussieht wie auf den Bildern, dürfte es vollkommen ausreichend sein.

Schritt 4: Netzerkkabel in Buchse fixieren

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Zuerst wird das Netzwerkkabel in der Buchse fixiert. Hierbei sollte an die Masse gedacht werden, dass diese das Metall berührt. In den meisten Netzwerkdosen klebt, genau wie bei uns, ein Aufkleber, der die Zuordnung der Adern anzeigt. Hierbei sollten die Adern nach Typ B verlegt werden. Falls dieser Aufkleber nicht vorhanden ist, sollte in der Anleitung der entsprechenden Dose stehen, wie diese zu belegen ist. In Hinblick auf die maximale Leistung der Leitung ist darauf zu achten, dass die Adern so kurz wie möglich sein werden, denn immerhin sind sie dieses kurze Stückchen sehr schlecht abgeschirmt.

Schritt 5: Adern des Netzwerkkabels mit LSA Werkzeug eindrücken

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Mit Hilfe eines LSA Legewerkzeugs werden die einzelnen Adern schließlich eingedrückt. Dies funktioniert schnell und einfach. Die überstehenden Kabelreste werden dabei ganz automatisch abgeschnitten. Nachdem dieser Arbeitsschritt erfolgte, sieht die Buchse so aus:

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Der Deckel von der Buchse kann nun wieder aufgeschraubt werden, so dass die Adern geschützt sind und die maximale Abschirmung gewährleistet ist.

Schritt 6: Buchse in Dose fixieren und Deckel aufschrauben

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Nachdem alles fixiert und festgeschraubt wurde, sollte natürlich noch ein Kabelschacht an der Wand angebracht werden, damit das Kabel auch dort gut geschützt verläuft. Diese gibt es zu günstigen Preisen im Baumarkt.

Fehlerbehebung

Falls sich keine Verbindung herstellen lässt, wäre es ein großer Aufwand alle einzelnen Adern zu überprüfen, besonders dann, wenn man mehrere Netzwerkdosen verlegt. Zur Überprüfung der einzelnen Adern gibt es allerdings diverse Testgeräte. Digitus bietet ebenfalls eins an, welches durch LEDs anzeigt, auf welchen Adern ein Signal ankommt, so dass schnell erkannt wird, wo der Fehler liegt.

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Wir können für diesen Einsatz den Digitus DN14001 nur empfehlen. Er bietet die folgenden Funktionen und ist zu einem Preis von ca. 30€ zu haben.

  • Testfunktion für Kabel mit RJ45, RJ12, RJ11 und BNC Stecker
  • Automatischer Testdurchlauf durch Auto-Scanning
  • Loop-back: Zum Testen und Lokalisieren bereits verlegter Netzwerk- oder Kommunikationskabel
  • Continuity: Zur Durchgangsmessung von Netzwerk- oder Kommunikationskabeln
  • Open: Zum Lokalisieren von nicht verbunden Einzelleitern
  • Shorts: Finden von kurzgeschlossenen Einzelleitern
  • Miss-wire: Falsche, nicht der vorgegebenen Spezifikation entsprechende Belegung der Einzelleiter
  • Pin to pin Konfiguration: 1:1 Belegungsprüfung
  • Hauptgerät mit 2x RJ45 Buchse, Remote-Einheit mit 1x RJ45 Buchse
  • Diverse LEDs zur Statusanzeige, Betrieb mit 9 Volt Blockbatterie
  • Lieferung inklusive zweisprachigem Handbuch und Modular zu BNC Adapter