Der europäische Hersteller für PC-Gehäuse Antec hat einen wahnsinnig großen Big Tower auf der Produktpalette, das Nineteen Hundred. In diesem PC-Gehäuse sollte jeder ausreichend Platz für seine Hardware finden, denn größere Gehäuse findet man wohl kaum auf dem Markt. Wir haben das Gaminggehäuse getestet…

Dieses Produkt wurde uns kostenfrei vom Hersteller zur Verfügung gestellt. Unsere Berichte werden stets nach unserem Leitbild verfasst. (Mehr Infos)

Verarbeitung und Qualität

Wir haben das Antec Nineteen Hundred ausgepackt und sofort fiel uns auf, dass es sich hierbei um ein riesiges PC-Gehäuse handelt. Gamer benötigen für ihre Leistungsstarke Hardware viel Platz und so kommt es, dass das Nineteen Hundred die stolzen Abmessungen von 696 mm (H) 223,6 mm (B ) 555 mm (T) hat. Ein solcher Koloss muss natürlich auch stabil sein und sollte auch einiges aushalten, damit der wertvolle PC im Inneren geschützt bleibt. Durch die Metallwände wird dieser Schutz gewährleistet. Nur zur Vorderseite wurde Plastik gewählt, allerdings ist dieses Material an der besagten Stelle akzeptabel, da der Tower ansonsten unnötig schwer wird und die Front-Seite sowieso durch die ATX Normen sehr weit nach vorne ausgeprägt ist. In der Metallplatte, welche die linke Gehäuseseite abdeckt, ist eine Scheibe aus Plexiglas eingearbeitet. Dadurch wird der Gaming-PC auf LAN-Partys ein wahrer Hingucker. Die Scheibe ist relativ groß und deckt daher fast die komplette Seite ab, so dass das Mainboard, die Grafikkarte und der CPU Kühler gezeigt werden.

Allgemein können wir also von einer guten Verarbeitung des Gehäuses sprechen. Es sind keine ungeschliffenen Kanten oder sonstige Qualitätsmängel zu finden. Auch im Innenraum spiegelt sich die gleiche Verarbeitungsqualität wieder. So ist eine klare Aufteilung vorgegeben und alle Teile sind aus robusten Materialien gefertigt.

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Auf der Front Seite sind satte sechs USB Anschlüsse zu finden. Dabei handelt es sich um vier USB 3.0 Buchsen und um zwei USB 2.0 Buchsen, welche in der Summe drei Anschlusskabel benötigen, da sich immer zwei Buchsen ein Kabel teilen. Diese Aufteilung hat Antec ganz besonders gelöst, indem die beiden USB 3.0 Anschlusskabel auch einen USB 2.0 Stecker angehangen bekommen haben. Durch diesen sind die vier USB 3.0 Anschlüsse abwärtskompatibel und können dadurch auch mit USB 2.0 belegt werden, falls das Mainboard nicht ausreichend interne USB 3.0 Anschlüsse hat.

Design

Das Antec Nineteen Hundred ist in zwei Varianten verfügbar, in rot und grün. Farblich ist allerdings nur der Rahmen des Frontcovers, welches dem Gaminggehäuse dadurch einen coolen und leicht aggressiven Look verpasst. Auch die Kunststoffglasplatte, die sich in dem linken Seitenelement befindet, sorgt für das richtige Aussehen. Auf einer LAN Party kann man sich mit diesem Gehäuse auf alle Fälle blicken lassen.

Das einzige was noch fehlt sind LEDs. Leider hat Antec diese nicht standardmäßig eingebaut, weder in die integrierten Lüfter, noch direkt in das Gehäuse. Dies finden wir sehr schade, da die Aussicht durch die Plexiglasplatte somit etwas dunkel ist. Aber dennoch gefällt uns das Design des Nineteen Hundreds sehr gut.

Innenraum und Ausstattung

Kurz und Knapp:

  • 17 Laufwerkschächte:
    – 3 x 5,25″ werkzeuglose Laufwerksschächte
    – 12 x 3,5″ / 2,5“ werkzeuglose Festplatteneinschübe
    – 2 x 2.5″ HDD Einschübe
  • Motherboards: SSI CEB , E- ATX, ATX, Micro ATX, Mini -ITX
  • 9 x Erweiterungssteckplätze
  • Maximale Grafikkartenlänge: 330mm (13,0 Zoll)
  • Maximale Höhe des CPU-Kühlers: 175mm (6,8 Zoll)
  • Kühlsystem:
    – 3 x 120mm FDB Lüfter (im Lieferumfang enthalten )
    – 2 x 120mm interne HDD Lüfterhalterungen
    – 1 x 120mm FDB Lüfter (im Lieferumfang enthalten)
    – 2 x 120mm obere FDB-Lüfter (im Lieferumfang enthalten)
  • Wasserkühlung: hinten Ösen für Wasserkühlung
  • Vergrößerter CPU-Ausschnitt
  • Frontanschlüsse:
    – 4 x USB 3.0
    – 2 x USB 2.0
    – Audio In / Out
  • Netzteilanschluss: 2 x Standard ATX
  • Geräteabmessungen
    – 696 mm (H) 223,6 mm (B ) 555 mm (T)
    – 27.4 “ (H) x 8.8″ (B) x 21.8 „

Im Detail sind bei dem Nineteen Hundred neben dem vielen Platz auch einige weitere Highlights festzustellen, die dieses Gehäuse ganz speziell auszeichnen. Zuerst haben wir leider die negative Entdeckung gemacht, dass sich auf der Front-Seite nur 3 5,25 Zoll Einschübe für Laufwerke (CD, DVD, BlueRay, etc.) befinden. Diese Anzahl ist zwar niedriger als bei den meisten PC Gehäusen, aber trotzdem ausreichend, vor allem auch, da solche Laufwerke immer mehr an Bedeutung verlieren. Viel schlimmer finden wir in diesem Zusammenhang, dass keine Vorrichtung für 3,5 Zoll Laufwerke wie z.B. Kartenleser integriert ist. Auch wird eine solche Vorrichtung nicht mitgeliefert. Man müsste daher also entweder einen 5,25 Zoll Kartenleser verbauen oder den Rand offen lassen. Leider nicht besonders schön.

Spannender hingegen, und das im positiven Sinne, wird es, wenn man sich die vielen Einschübe für Festplatten ansieht. Antec bietet bei diesem Big Tower Platz für bis zu 12 3,5 Zoll / 2,5 Zoll Festplatten und zusätzlich noch Platz für zwei weitere 2,5 Zoll Festplatten. Dieses Maximum erreicht wohl kaum ein Gamer, so dass wir auch an dieser Stelle nochmal deutlich merken, wieviele Kapazitäten für Hardware das Antec Nineteen Hundred hat.

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Damit die gesamte Hardware nich überhitzt und vernünftig gekühlt wird, muss er gutes Kühlsystem her. Dazu dienen stolze 7 Lüfter, welche alle im Lieferumfang enthalten sind. Auf der Rückseite des Towers befindet sich ein Modul zum Steuern der Lüfter, wodurch deren Geschwindigkeit und somit auch im übertragenen Sinne die Lautstärke und Leistung eingestellt werden können. Allerdings ist dieses Modul sehr vereinfacht und könnte qualitativ etwas hochwertiger sein. Auch die Einstellmöglichkeiten sind nicht die besten, da nur zwischen High und Low unterschieden wird. Zwischenwerte können nicht festgelegt werden. Positiv ist es trotzdem, dass dies vorhanden ist, da es sich bei einem solchen Bauteil nicht um Standard handelt.

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Falls man auf die Luftkühlung verzichten und seine Hardware stattdessen lieber mit Wasser kühlen möchte, lassen sich die Lüfter ganz einfach ausbauen (spart schließlich Platz und Gewicht). Außerdem ist auf der Rückseite eine Vorrichtung zu finden, welche zum Fixieren der Leitungen einer Wasserkühlung dienen soll. Es handelt sich dabei um mehrere spezielle Kabelbinder, die sich jederzeit wieder öffnen lassen. Sie bestehen aus Gummi und sind somit weich und flexibel.

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Auf diesem Bild ist außerdem schon erkennen, dass auch das Antec Nineteen Hundred über ein ausgeklügeltes Cablemanagement-System verfügt. Wenn man die rechte Gehäusewand abnimmt, findet man einen schmalen Spalt, der für die Verkabelung aller Bauteile genutzt werden kann. Auch die HDD Einbaumodule sind so ausgerichtet, dass sie von hinten verkabelt werden können. Für die Hardware, die von der Vorderseite aus angeschlossen werden muss, sind jede Menge Löcher zu finden, die durch ein Gummi geschützt werden. Durch diese können dann die benötigten Kabel geführt werden. Dieses Konzept schafft Platz und vor allem eine klare Übersicht. Unnötiger Kabelsalat wird dadurch vermieden.

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Des Weiteren gibt es für das Netzteil sogar zwei genormte Fächer. Man kann dieses entweder ganz nach unten in den Unterbau setzen oder im oberen Gehäuseteil verschrauben. Am besten eignet sich natürlich der Unterbau, jedoch könnten bei manchen Netzteilen die Kabel zu kurz sein, wodurch der obere Gehäusepart seinen Sinn erhält.

Damit die viele Hardware nicht zuviel Lautstärke produziert, hat Antec an den meisten Stellen Dämmmatten angebracht. Diese befinden sich an allen großen Flächen, wie z.B. den abnehmbaren Seitenelementen. Auch dies ist ein Punkt, der das Nineteen Hundred zu einem besonderen Gehäuse gemacht.

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Einbau der Hardware

Auch beim Antec Nineteen Hundred gibt es grob gesagt keine wesentlichen Unterschiede, die beim Einbau im Vergleich zu anderen PC-Gehäusen, eine große Schwierigkeit darstellen sollten. Im Gegenteil, der Einbau gestaltet sich sehr einfach und ist daher auch für Neueinsteiger dieser Szene leicht gemacht. Allerdings lag bei unserem Exemplar keine Bedienungsanleitung im Lieferumfang, was uns sehr verwundert. Diese könnte an manchen Stellen durchaus hilfreich sein, vor allem dann, wenn unklar ist, welche Schrauben für welche Module gedacht sind. Trotzdem haben wir unseren PC erfolgreich einbauen können.

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Beim Einbau wird erneut deutlich, über wieviel Platz das Nineteen Hundred verfügt. Besonders einfach gestaltet sich der Einbau der HDDs und SSDs, denn diese werden auf ein fertiges Modul aus Hartplastik geschraubt und danach ganz simple ins Gehäuse eingeschoben. Dann fehlt nur noch die Verkabelung. Dieses Prinzip ist einfach, schnell und gut geeignet für Neulinge.

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Kühlsystem

Sieben starke Lüfter sind im Auslieferungszustand eingebaut und sollen für eine ordentliche Kühlung der Gaminghardware sorgen. Dabei wird der Wind von den Frontlüftern auf der Vorderseite eingesaugt und auf der Rückseite, so wie vor allem auf der Oberseite ausgeblasen. Dies ist eine sinnvolle Windrichtung, nach welcher man die PC-Hardware auch einfach ausrichten kann.

Dadurch dass es sich hierbei um eine so große Anzahl von Lüftern handelt, gelingt es auch das gesamte Gehäuse gut zu kühlen. Allerdings bekommt man, sofern man nur die Anzahl der Lüfter hört, schon Bedenken, dass das System laut und somit störend und nervig sein könnte. Aber auch das ist es nicht. Die Antec Lüfter sind zwar nicht die leisesten, entwickeln aber auch keine unangenehme oder störende Lautstärke.

Ganz Alternativ ist auch eine Vorrichtung zum Einbau einer Wasserkühlung am Gehäuse montiert, so dass auch ganz einfach auf diese Art der Kühlung zurückgegriffen werden kann.

Fazit

Bei dem Antec Nineteen Hundred handelt es sich ganz offensichtlich um ein High-End PC-Gehäuse, welches jede Menge Features bietet. Es ist ein wirklich großer Big Tower, der jede Menge Platz bereit hält für nahezu jede PC Hardware. Auch die Verarbeitung und Qualität des Äußeren sowie der Materialien machen einen sehr guten und stabilen Eindruck. An Feinheiten wie z.B. die Dämmmatten oder abwärtskompatiblen USB 3.0 Anschlüsse wurde ebenfalls gedacht. Der einzige ernsthafte Kritikpunkt, durch welchen ein halber Stern abgezogen werden muss, ist, dass eine Vorrichtung für 3,5 Zoll Kartenleselaufwerke fehlt. Mit diesem Feature wäre der Tower perfekt. Im Zusammenhang zum Preis, welcher bei ca. 205€ liegt, lässt sich sagen, dass das Antec Nineteen Hundred zwar zu den teuren PC-Gehäusen gehört, aber dafür auch jede Menge zu bieten hat.

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