Vor einigen Wochen haben wir das neue Wiko Ridge 4G angekündigt und kurz vorgestellt. Nun hat uns Wiko seine Neuheit für einen Test zur Verfügung gestellt. Die Besonderheit bei dem Ridge 4G liegt vor allem darin, dass Wiko diesmal nicht mehr auf Hardwarebausteine des Herstellers MediaTek setzt, sondern auf den weitaus beliebteren Produzenten Qualcomm.

Dieses Produkt wurde uns kostenfrei vom Hersteller zur Verfügung gestellt. Unsere Berichte werden stets nach unserem Leitbild verfasst. (Mehr Infos)

Erster Eindruck

Verarbeitung

Bei der Verarbeitung des Ridge 4G hat sich Wiko mal wieder ordentlich ins Zeug gelegt. Das 5″ große Smartphone ist nämlich äußerst schlank (143 x 72 x 7,5 mm) und mit 125g (inkl. Akku) auf der Wage ein wahres Leichtgewicht. Auf der Frontseite wurde ein Corning Gorilla Glass 3 verarbeitet. Die Seiten bestehen aus einem feinen Metall, vermutlich Aluminium. Für das Material der Rückseite hat sich Wiko diesmal für einen weichen und matten Kunststoff entschieden, durch den das Ridge 4G sehr gut in der Hand liegt, ohne zu rutschen. Insgesamt ist das Design wirklich sehr überzeugend. Zur Qualität lässt sich notieren, dass die äußeren Tasten fest sind und nicht wackeln. Auch das ganze Gehäuse macht einen stabilen Eindruck.

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Das Cover der Rückseite ist abnehmbar. So gelangt man zu den SIM-Kartenslots bzw. zum MicroSD-Karteneinschub. Von hier aus kann man auch den Akku sehen. Allerdings sollte er nicht herausgenommen werden. Wir finden das sehr schade und fragen uns, weshalb Wiko an dieser Stelle keinen manuellen Austausch zulässt, da sich der Akku doch schon so weit freilegen lässt.

Wer zuvor schon Mal ein Wiko Smartphone hatte, wird sich anfangs evtl. wundern, denn beim Ridge 4G ist die Lautstärke-Wippe mit der Power-Taste vertauscht. Nach ein paar Tagen hat man sich aber schnell daran gewöhnt.

Zubehör

Natürlich kommt das Wiko Ridge 4G nicht ohne Zubehör. Auch hier liefert Wiko neben dem Smartphone ein USB Kabel (Flachband), Netzstecker, Headset (Flachband) und eine Bedienungsanleitung.

Technische Daten

  • Betriebssystem : Android™4.4.4 (KitKat)
  • Prozessor : Quad-Core 1,2 GHz, Qualcomm SnapdragonTM 410
  • Arbeitsspeicher (RAM) : 2 GB
  • SIM Karte : Ja (Micro SIM + Nano SIM oder Micro SD)
  • Mobilfunknetzwerke : 4G LTE 800/1800/2100/2600 MHz
    H+/3G+/3G WCDMA 900/1900/2100 MHz
    GSM/GPRS/EDGE 850/900/1800/1900 MHz
  • Datenrate : FDD-LTE Category 4
    DL 150 Mbps, UL 50 Mbps
  • Interner Speicher (ROM) : 16 GB
  • Speicher erweiterbar : Micro SD bis zu 64 GB
  • Display: HD Ready (1280 x 720 Pixel / 295 PPI)
  • Akku : 2400 mAh (8,8 Wh)
  • Standby-Zeit : Bis zu 247 Std.
  • Gesprächszeit : Bis zu 17 Std. (2G), bis zu 14,66 Std. (3G)
  • Erhältlich in den Farben : Schwarz-Grau, Schwarz-Türkis, Schwarz-Orange, Weiss-Champagner
  • Abmessungen : 143 x 72 x 7,5 mm
  • Gewicht : 125 (mit Akku)

Das Wiko Ridge 4G besitzt damit sehr viele Funktionen, aber trotzdem gibt es einige, die bei manchen Personen nicht fehlen dürfen. Das Smartphone ist z.B. nicht USB OTG fähig und auch kein NFC Modul ist verbaut.

Hardware

Performance

Anders als bisher bei Wiko üblich, sorgt diesmal ein Qualcomm Prozessor für die Leistung des Geräts. Bisher kamen bei Wiko vor allem MediaTek Prozessoren und in wenigen Ausnahmen CPUs von Nvidia zum Einsatz. Mit dem Qualcomm Snapdragon 410 ist das Wiko Ridge 4G ganz neu unterwegs, was wir sehr positiv begrüßen. Neben der 1,2 GHz Quad-Core CPU spielt auch der 2GB große Arbeitsspeicher und Android 4.4.4 alias KitKat als Hostsystem in Bezug auf die Performance eine wichtige Rolle. Wir wollen Fakten sehen und haben daher einen Benchmark mit der bekannten App Antutu durchgeführt.

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Wir erreichen ein Antutu Ergebnis von 20.814 Punkten. Dieser Wert kann zwar nicht mit denen der High-End Smartphones mithalten, ist aber dennoch sehr  gut. Auch im Betrieb spiegelt sich dieser Wert durch ein flüssiges Handling, schnelles öffnen von Apps und kurzen Wartezeiten wieder. Wir empfinden die Leistung des Ridge 4G als sehr gut.

Ein Vorteil des Qualcomm Snapdragon gegenüber der MediaTek CPUs ist der, dass der Qualcomm Prozessor deutlich kühler bleibt. So wird das Ridge 4G nicht so schnell so heiß wie viele andere Wiko Smartphones. Einen weiteren Vorteil finden wir in Bezug auf die Software, auf den wir an dieser Stelle noch nicht eingehen möchten.

Display

Als Display kommt im Ridge 4G ein 5 Zoll (12,7cm) großer Touchscreen mit 16 Millionen Farben zum Einsatz. Die Auflösung ist im HD Ready Format und entspricht daher 1280 x 720 Pixel. Besonders durch das Gorilla Glass 3 wirkt das Display sehr edel und macht einen überzeugenden Eindruck. Die Farben sind schön und kommen klar hervor. Die Helligkeit lässt sich nach oben hin sehr gut regulieren und sorgt dafür für ein gut lesbares Display, auf dem man auch noch in der Sonne was erkennen kann. Allerdings ist das Display auf der niedrigsten Helligkeitseinstellung immer noch sehr hell. Im Dunkeln dürfte das Display ruhig weniger leuchten. Dies würde außerdem die Akkulaufzeit verbessern. Evtl. löst Wiko dies noch durch ein Update – eine Aussage diesbezüglich von Wiko haben wir nicht.

Kameras

Die Frontkamera des Wiko Ridge 4G hat eine Auflösung von 5 Megapixeln und ist gut geeignet, um schnell mal einen Selfie zu schießen oder um sich mal via Webcamchat in Skype zu zeigen. Die Backkamera hingegen schießt noch viel bessere Schnappschüsse. Sie verfügt über eine maximale Auflösung von 13 Megapixeln, hat Autofokus, Blitzlicht, HDR und bietet die Möglichkeit für Videoaufzeichnungen in Full HD.

Wir haben mal ein paar Beispielbilder mit der hinteren Kamera geschossen. Diese sind in verkleinerter Auflösung unten zu sehen und lassen sich hier in Originalgröße herunterladen.

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LTE (4G)

Dank LTE wird die Kommunikation und das Surfen über das mobile Internet deutlich schneller als zuvor. Das Verbaute LTE Modul von Qualcomm arbeitet mit allen gängigen Frequenzen, die bei dieser Funktechnologie genutzt werden: 800/1800/2100/2600 MHz. Wenn der Standort und der Datentarif passend gewählt sind, soll mit dem Ridge 4G eine maximale LTE Geschwindigkeit von 150 MBit/s im Download und 50 MBit/s im Upload erreicht werden.

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Zum Test befinden wir uns in einer ländlichen Region, in der die Telekom mit 800 MHz funkt und eine maximale Datenrate von 50 MBit/s anbietet. Wir haben leider nicht das hier mögliche Maximum erreicht, aber das liegt vermutlich daran, dass wir ca. 2-3km vom Sender entfernt sind und keinen Sichtkontakt zu diesem haben. Daher sollte man diesen Test nicht unbedingt auf die Goldene Wage legen. Eine Vergleichsbasis bietet er nicht. Trotzdem haben wir eine stabile Verbindung, guten Empfang und für ein Smartphone eine ordentliche Datenrate.

Dual SIM

Fast jedes Wiko Smartphone kommt mit der Dual SIM Technologie. Dabei sind zwei SIM-Kartenslots vorhanden, beim Ridge 4G ein Micro SIM-Slot und ein Nano SIM-Slot. Allerdings kann der Nano SIM-Slot beim Wiko Ridge 4G nur genutzt werden, wenn man sich dazu entscheidet den Speicher nicht via Micro SD Karte zu erweitern. Softwareseitig kann der Anwender dann entscheiden und festlegen, welche SIM-Karte er für welche Aufgabe nutzen will. Wir finden, dass dies bei den Wiko Smartphones mit MediaTek Chipsätzen besser gelöst war, da es dort mehr Einstellungsmöglichkeiten gab.

Nun muss man diese Festlegung direkt in den zentralen Einstellungen treffen und drückt dann in der Telefon- oder SMS-App entweder Button 1 für SIM-Karte 1 oder Button 2 für SIM-Karte 2. Bei anderen Wiko Smartphones kann man die Funktion “Immer nachfragen” einstellen, hier nicht. Noch deutlicher wird der Unterschied beim Aktivieren der mobilen Daten, denn hier wird zwangsläufig die Einstellung verwendet, die zentral festgelegt wurde. Wir fänden es besser, wenn man auch hier wieder gefragt werden würde, mit welcher SIM-Karte man ins mobile Internet möchte. Auch gibt es weniger Farben, die man den SIM-Karten zur vereinfachten Zuordnung zuweisen kann. In der Statusleiste erscheinen beide SIM-Karten mit weißen Balken für den Empfang.

Besonderheiten

Das Wiko Ridge hat auf der Unterseite ca. 1cm Platz für Hardkeys, welche aber nicht verbaut worden sind. Wahrscheinlich ist unter dem Gehäuse der Platz schon für andere wichtige Hardware vergeben. Daher kommen hier, wie beim Google Nexus, Softkeys zum Einsatz. Sie nehmen dadurch die meiste Zeit einen Streifen Platz auf dem Display ein. Allerdings ist bei den 5 Zoll auch genug Platz dafür vorhanden, so dass dies nicht zum Problem wird.

Software

Vorinstalliert ist auf dem Wiko Ridge als Betriebssystem Android 4.4.4 alias KitKat. Es arbeitet mit dem Linux Kernel 3.10.28, welcher für Smartphones sehr aktuell ist. Die neuste Android Version ist Android 5.1 alias Lollypop. Allerdings ist diese Version bisher noch auf kaum einem Gerät vorhanden. Eher vertreten ist die Zwischenversion 5.0. Aber trotzdem dürfen wir bei KitKat noch von einem aktuellen Android sprechen, da Google sehr schnell im Entwickeln neuer Versionen ist. Ob Wiko ein Update auf eine neuere Android Version plant, wissen wir nicht. Über Neuigkeiten werden wir stets berichten!

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Alternativ zur vorinstallierten Stock ROM gibt es grundsätzlich auch die Möglichkeit eine neuere inoffizielle Android Version aufzuspielen. Dazu braucht es allerdings einen freien Entwickler. Aktuell gibt es dazu noch keine Infos. Da das Wiko Ridge 4G aber noch sehr frisch ist und es mit Hardware von Qualcomm ausgestattet ist, haben wir gute Chancen. Qualcomm bietet die Sourcecodes der Treiber kostenlos an, anders als MediaTek. Sobald es Neuigkeiten über Custom ROMs wie z.B. CyanogenMod zum Wiko Ridge 4G gibt, berichten wir darüber.  Ein Tutorial zum Rooten des Smartphones werden wir von TechFire demnächst auf unserer Seite veröffentlichen – der erste Schritt quasi.

Neben dem Betriebssystem sind Smartphones oft überladen von Apps, die ein Anwender gar nicht braucht. Oft lassen sich diese nicht deinstallieren, da sie als Systemapps aufgespielt wurden. Bei Wiko sieht das aber noch sehr sauber aus. Wir finden nur die wirklich notwendigen Systemapps und die Apps von Google, die immer dabei sind. Die nicht benötigten Google Apps lassen sich auch über die Systemeinstellungen unter “Apps” deaktivieren.

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Besonders auffällig ist auch der Hauseigene Launcher (siehe Bild), den Wiko beim Ridge 4G vorinstalliert hat. Bei ihm sind der Homescreen und das Menü ineinander verschmolzen. Er bietet also quasi eine Oberfläche für die Widgets und Apps zugleich. Wer das nicht möchte, der kann sich einfach einen anderen Launcher aus dem Google Play Store herunterladen. Dort gibt es viele Alternativen, wie Nova, Go Launcher oder Apex, die ein bisher gewohntes Android herstellen.

Fazit

Für ca. 220€ ist das Wiko Ridge 4G aktuell im Handel. Was man dafür bekommt ist eine tolles und vor allem sehr schlankes Smartphone mit Qualcomm Snapdragon Prozessor und großem Arbeitsspeicher. Eine Besonderheit, die viele der großen Hersteller nicht bieten, stellt Dual SIM dar. Außerdem ist eine gute Kamera verbaut und ein aktuelles Android System installiert. Das Gerät arbeitet schnell und effektiv. Durch das LTE Modul ist auch unterwegs ein schneller Zugang zum mobilen Internet möglich.

Die Schwächen des Ridge 4G liegen im Detail und sind für viele Anwender nicht unbedingt ein Dorn im Auge. Für diesen Preis können die Nachteile in Kauf genommen werden. Dazu gehört das im Dunkeln zu helle Display, die fehlende USB OTG Funktion, die nicht mehr ganz so gute Dual SIM Verwaltung und dass der Speicher nur erweiterbar ist, wenn auf eine zweite SIM Karte verzichtet wird. Daher sagen wir Gut! mit 4 Sternen!

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