Mit Dremel finden wir nun einen weiteren Hersteller im Bereich der 3D Drucker. Obwohl das us-amerikanische Unternehmen, welches seit einiger Zeit zur Robert Bosch GmbH gehört, eigentlich für Schleif- und Multifunktionswerkzeuge bekannt ist, wagt man sich nun auch in die Sparte des Consumer 3D Drucks. Wir haben den Dremel Idea Builder 3D für dich getestet und sagen dir, ob er wirklich hält was Dremel verspricht…

Dieses Produkt wurde uns kostenfrei vom Hersteller zur Verfügung gestellt. Unsere Berichte werden stets nach unserem Leitbild verfasst. (Mehr Infos)

Erster Eindruck

Der Name Dremel auf einem 3D Drucker? Das macht erstmal stutzig… Und wenn man sich den Drucker genauer ansieht und sich etwas bei anderen 3D Druckerherstellern umschaut wird man schnell feststellen, dass der Dremel Idea Builder dem Dreamer von Flashforge sehr ähnlich sieht. Und das kommt auch nicht von ungefähr, denn der Dremel Idea Builder wurde in Kooperation mit Flashforge entwickelt. Er bietet jedoch leider nicht alle Funktionen des Flashforge Dreamers. Auch bietet der Dremel 3D Idea Builder mit 230 mm x 150 mm x 140 mm nur ein vergleichsweise geringes Druckvolumen. Auch besitzt der Dremel 3D Idea Builder leider nur eine Druckkopf, sodass mit ihm nur einfarbig gedruckt werden kann. Wie es um die Druckqualität steht siehst du im weiteren Verlauf des Tests.

Im Lieferumfang des Dremel 3D Idea Builder finden wir natürlich den Drucker selbst, eine Filamentspule mit weißem PLA, ein USB Kabel zum verbinden mit dem Computer, eine 4GB Sandisk SD Karte, eine Abstandskarte, 2 Druckauflagen für die Druckplattform, sowie einen Plastikscharber zum ablösen der gedruckten Gegenstände vom der Druckplattform.

Technische Daten

  • Druckkopf: Einzel-Druckkopf
  • Temperatur Druckkopf: Bis zu 230 °C
  • Bedienoberfläche: 3,5″-Vollfarb-IPS-Touchscreen
  • Maximales Druckvolumen: 230 mm x 150 mm x 140 mm
  • Schichtstärke: 4 mil | 0,004 Zoll 100 Mikrometer | 0,10 mm
  • SD-Karte: bis zu 32 GB Speicher (3D20 kann nicht mit SD-Karten mit mehr als 32 GB verwendet werden)
  • Interner Speicher: 4 GB
  • Gewicht: 8,845 kg
  • Abmessungen: 485 mm x 335 mm x 400mm

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Installation

Die Ersteinrichtung des 3D Druckers ist sehr einfach gestaltet, sodass sie selbst für einen Laien keine Probleme darstellen sollte. So muss zuerst die Plexiglas Plattform mit einer der 2 mitgelieferten Druckauflagen beklebt werden. Dies geht relativ einfach von statten. Dabei sollte jedoch darauf geachtet werden, dass sich zwischen dem Plexiglas und der Druckauflage keinerlei Luftbläschen bilden. Zudem muss dann noch die Filamentspule eingesetzt werden. Dafür wählt man am Touchscreendisplay des Dremel 3d Idea Builder unter dem Punkt Extras und dann unter Filament aus, dass man eine neue Filament Spule platzieren möchte. Nun wird der Druckkopf erhitzt, um dann das Filament in diesen einzuführen. Zum Schluss muss nur noch die Höhe der Druckplattform eingestellt werden. Dies geschieht über den Menupunkt Extras und dann Stufe. Nun wird der Druckkopf erst nach vorne links gefahren. Nun muss mit der mitgelieferten Abstandskarte der Abstand überprüft werden und ggf. durch ein kleines Drehrädchen unter der Druckablage nachjustiert werden. Dies muss für die Position vorne rechts und hinten mittig wiederholt werden. Danach ist der 3D Drucker auch schon einsatzbereit und es kann beispielsweise eines der vorinstallierten Objekte gedruckt werden.

Software

Die Dremel3D Software ist vor allem für Neueinsteiger sehr einfach zu bedienen. In diese Software importiert man die in einem CAD Programm erstellte Datei im Dateiformat .stl. Dann können bei der Dremel Software noch letzte Änderungen vorgenommen werden, so kann ein Objekt noch gedreht, oder auch skaliert werden. Zudem können auch mehrere .stl-Dateien importiert werden und gemeinsam gedruckt werden. Dremel ermöglicht in den einfachen Einstellungen vor dem Druck die Auswahl der Druckqualität. Angeboten wird dabei Niedrig, Standart und Hoch. Desto höher die Druckqualität, desto länger dauert natürlich das Drucken. Zudem gibt die Software die ungefähr benötigte Filament Menge in Metern an. Auch wird die Druckdauer abgeschätzt. Diese Schätzung der Druckdauer ist jedoch nicht sehr genau, sodass man sagen kann, das jeder Druck ca. 30% länger benötigt als angeben.

Zudem gibt es jedoch auch noch erweiterte Druckoptionen die in den Einstellungen der Software aktiviert werden können. So kann man z.B. die Schichtendicke, die Wanddicke, die Fülldichte, das Füllmuster, die Druck- und Laufweggeschwindigkeit verändern. Dies bietet dem Nutzer viele weitere Möglichkeiten.

Leider fehlt der Software jedoch die Möglichkeit Supporter hinzuzufügen um z.B. Überhänge mit mehr als 45° zu ermöglichen. Dremel selbst empfiehlt dafür auf Ihrer Website die kostenlose Software Meshmixer von AutoDesk.

Der 3D Drucker im Einsatz

Wenn man den Dremel 3D Idea Builder das erste mal verwendet, fällt direkt das relativ laute Geräusch des Druckkopfes während des Druckens, als auch der durchgängig laufende Lüfter auf. Eine Lüftersteuerung finden wir bei diesem 3D Drucker leider nicht. Ist der Drucker eingeschaltet, so läuft direkt der Lüfter mit voller Power mit. Selbst wenn wir den Drucker nur eingeschaltet haben und gerade garnichts drucken. Zudem sollte der Drucker auf einem Schrank oder Regal platziert werden und im besten Fall noch durch eine Styroporplatte zwischen Drucker und Regal gedämmt werden, denn sonst kann es sein, dass man im Stockwerk unter dem Drucker noch Geräusche des 3D Druckers hören kann. Während des Druckvorgangs ist kein besonderer Plastikgeruch zu riechen. Dies weist darauf hin, dass Dremel ein qualitativ hochwertiges PLA Filament mitliefert.

Wird neues Filament benötigt, sollte dieses immer über Dremel selbst bezogen werden. So kann man sich sicher sein, dass das Filament den passenden Durchschnitt und Schmelzpunkt besitzt und auch die Spule perfekt in den Drucker passt, da es leider noch keine einheitliche Standart für die Größe der Filamentspulen gibt. Leider sind die Filamentspulen von Dremel mit 30€ für 500g nicht gerade billig, dafür bekommt man jedoch ein qualitativ hochwertiges Filament.

Die Druckergebnisse des 3D Druckers können sich wirklich sehen lassen. Der 3D Drucker arbeitet sehr genau und kann durch die erweiterten Einstellungen der Dremel Software perfekt an den jeweiligen Druck angepasst werden. Zum Entfernen des gedruckten Objekts soll der mitgelieferte Plastikscharber benutzt werden. Dieser ist jedoch leider nicht sehr gut zum Ablösen der Objekte geeignet. Wir empfehlen das Objekt mit der bloßen Hand von der Plattform zu lösen. Sollte dies nicht funktionieren, empfehlen wir das Objekt vorsichtig mit einem Teppichmesser zu lösen. Nachdem man das Objekt gelöst hat, findet man zwar manchmal noch kleine Filamentreste am gedruckten Gegenstand, diese lassen sich jedoch meisten mit dem Fingernagel entfernen. Sollte dies mal nicht funktionieren reicht normalerweise auch hier der Griff zum altbekannten Teppichmesser.

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Fazit

Der Dremel 3D Idea Builder ist ein wirklich guter Consumer 3D Drucker. Er eignet sich besonders für Anfänger, bietet jedoch auch jede Menge Möglichkeiten für Erfahrene Nutzer. Die Druckqualität ist sehr gut und die Bedienung des 3D Druckers ist durch das 3,5″ Touchdisplay sehr einfach. Auch die Dremel Software ist einfach zu nutzen. Lediglich die automatische Erstellung der Supportstützen störte uns. Die Lautstärke des 3D Druckers ist könnte etwas leiser sein. Zudem sollte die Druckdauer Rechnung angepasst werden, da diese meist nicht stimmt.

Alles in allem ist der Dremel 3D Idea Builder jedoch ein gelungener Consumer 3D Drucker, der sich durch die einfache Bedienbarkeit für Einsteiger eignet.

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