­Aktuell herrscht ein wahrer Fitness- und Gesundheitstrend, weshalb eine riesige Auswahl an Fitnesstrackern auf dem Markt zu finden ist. Wir haben für euch den Fitbit Charge HR getestet. Der erste Fitness-Tracker der rund um die Uhr deinen Puls misst.

Dieses Produkt wurde uns kostenfrei vom Hersteller zur Verfügung gestellt. Unsere Berichte werden stets nach unserem Leitbild verfasst. (Mehr Infos)

Erster Eindruck

Der erste Eindruck des Fitbit Charge HR ist sehr gut. Es ist ein schlichtes Armband mit integriertem Display und seitlichem Druckknopf. Der Charge HR besteht aus einem angenehmen Material, ist sehr leicht und sehr angenehm zu tragen.

Herzfrequenzmessung

Fitbit verspricht beim Charge HR eine kontinuierliche und automatische Überwachung der Herzfrequenz über den Handgelenkpuls. Im Alltag funktioniert die Herzfrequenzerkennung hervorragend. Auch beim Sport funktioniert die Funktion meist sehr gut. Besonders beim Laufen misst der Charge HR sehr zuverlässig den Puls.

unnamed4Beim Krafttraining hingegen verliert der Charge HR regelmäßig den Puls, was sehr wahrscheinlich an den oft stark abgeknickten Handgelenken liegt. Auf dieses Problem wird allerdings schon in der Anleitung hingewiesen und man wird aufgefordert, bei solchen Aktivitäten, den Charge HR etwas weiter entfernt vom Handgelenk zu tragen. Doch auch das konnte in unserem Test einen regelmäßigen Verlust des Herzfrequenzsignals während des Krafttrainings nicht verhindern. Dieser Verlust des Signals fällt in den Diagrammen der App und auch in den Diagrammen der Internetseite nur durch ein kurzfristiges Abfallen der Herzfrequenz auf, wie man es in der Aufzeichnung des Krafttrainings vom 31.08.15 sehr gut erkennen kann.

Ein weiterer wichtiger Aspekt der Herzfrequenzerkennung des Charge HR ist natürlich die Genauigkeit der Herzfrequenzmessung. Bei unserem Test und im Vergleich mit gebräuchlichen Pulsgurten konnten wir feststellen, dass die gemessenen Herzfrequenzen immer sehr nah bei einander lagen. Allerdings ist aufgefallen, dass die Reaktionszeit auf Pulsänderungen nicht ganz so schnell ist wie bei gebräuchlichen Pulsgurten.

Im Großen und Ganzen kann man sagen, dass der Charge HR die Herzfrequenz in den meisten Situationen sehr gut und genau erfasst und auch die optische Auswertung sowohl in der App als auch auf der Internetseite eine gute Übersicht über den Verlauf der Herzfrequenz bieten.

Bedienung

Die Handhabung des Charge HR ist sehr einfach und intuitiv. Zur Bedienung steht ein seitlicher Knopf zur Verfügung mit dem man das OLED-Display aktiviert und durch die unterschiedlichen Funktionen schaltet. Auch Aktivitäten werden mit diesem Knopf gestartet und beendet. In den Einstellungen des Charge HR kann man noch zwei sehr nützliche Features zur Bedienung des Charge HR aktivieren. Zum einen die Tippbewegung, bei der durch zweimaliges Tippen auf den Charge HR eine zuvor ausgewählte Anzeige, wie beispielsweise die aktuelle Herzfrequenz angezeigt wird. Das zweite Feature ist die Schnellansicht, bei der durch das Heben oder Drehen des Handgelenks die Uhr angezeigt wird, so dass man nicht mehr den seitlichen Knopf drücken muss um sich die Uhrzeit anzeigen zu lassen. Außerdem kann nach der Aktivierung des Displays auch durch ein Antippen des Charge HR durch die unterschiedlichen Funktionen geschaltet werden.

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Ein Nachteil des Charge HR ist das Material des Displays. Trägt man den Charge HR im alltäglichen Leben entstehen sehr schnell Kratzer auf dem Display. Diese sorgen dafür, dass das Display bei starkem Sonnenschein nur schwer lesbar ist.

Tracking

unnamedDas Tracken von Trainingseinheiten und Aktivitäten ist, wie von Fitbit, versprochen sehr einfach. Ein langes Drücken des seitlichen Knopfs des Charge HR startet die Aufzeichnung der Aktivität, was durch ein vibrieren des Armbandes und der Abbildung einer Stoppuhr auf dem Display angezeigt wird. Während des Trainings kann man sich immer die aktuelle Dauer des Trainings, sowie Herzfrequenz, verbrannte Kalorien, getane Schritte, zurückgelegte Strecke, erklommene Etagen und auch die aktuelle Uhrzeit anzeigen lassen. Zum Beenden der Aktivität ist wieder ein langes Drücken der Taste erforderlich und auch hier wird durch das Vibrieren des Armbandes und eine eingeblendete Zielfahne das Beenden angezeigt. Für eine genauere Betrachtung und die Zuordnung einer Art des Trainings müssen die Daten jedoch zuerst mit der Fitbit-App oder der Fitbit-Internetseite synchronisiert werden. Schade ist, dass trotz der Bluetoothverbindung mit dem Handy die Aktivität auf dem Handy nicht gestartet wird und somit keine Aufzeichnung der Strecke möglich ist. Um die Strecke Aufzeichnen zu können muss die Aktivität über das Handy gestartet werden. Die Darstellung der aufgezeichneten Aktivität in der App ist sehr übersichtlich und enthält alle wichtigen Informationen zur Aktivität.

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Auch die Einblendung der Anrufer-ID ist ein tolles Gadget das hervorragend funktioniert und die Akkulaufzeit nur geringfügig beeinflusst.

Eine weitere tolle Funktion ist das setzten von Zielen, was man sowohl über die Internetseite als auch über die App machen kann. Das Erreichen des ausgewählten Hauptziels, beispielweise eine bestimmte Schrittanzahl, wird dem Nutzer durch ein Vibrieren des Charge HR mitgeteilt.

Akkulaufzeit

Gerade bei der Akkulaufzeit von 5 Tagen waren wir skeptisch, doch wir wurden eines Besseren belehrt. In unserem Test konnten wir eine durchschnittliche Akkulaufzeit von 4 Tagen und 19 Stunden, bei dauerhafter Bluetoothverbingung mit dem Handy, ermitteln. War der Charge HR nicht dauerhaft mit dem Handy verbunden, konnten wir sogar eine Akkulaufzeit von 5 Tagen und 4 Stunden ermitteln. Womit das Versprechen von 5 Tagen Akkulaufzeit sehr gut erfüllt wird und uns vollkommen überzeugt. Ist der Charge HR dauerhaft mit dem Handy verbunden, werden die Daten automatisch alle 24 Stunden synchronisiert, aber auch eine manuelle Synchronisierung der Daten ist jederzeit möglich.

Schrittzähler

Auch der Schrittzähler ist ein wichtiger Bestandteil des Charge HR und hat in unserem Test überzeugt. Während des Testes haben wir eine durchschnittliche Abweichung von 13 Schritten mehr, auf 1000 tatsächlich getätigte Schritte, beobachtet. Allerdings ist uns aufgefallen, dass der Charge HR auch ohne getätigte Schritte während einer Autofahrt Schritte zählt, insbesondere, wenn man der Fahrer ist. Auch bei Tätigkeiten wie dem Zähneputzen werden teilweise Schritte gezählt die nicht getätigt wurden. Abgesehen davon funktioniert der Schrittzähler sehr zuverlässig.

Schlaferkennung

unnamed3Auch die Schlaferkennung ist eine interessante Funktion, mit der es möglich ist seinen Schlafrhythmus etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Als erstes ist uns aufgefallen, dass man die Schlafempfindlichkeit nicht auf Empfindlich stellen sollte. Denn mit einer zu starken Empfindlichkeit erhält man relativ unrealistische Werte, wie in der Auswertung vom 27. Juni zu sehen ist. Erst als wir die Empfindlichkeit auf Normal gestellt haben, wurde eine ordentliche Auswertung des Schlafs möglich, wie man es in der Auswertung des 9. Juli sieht.

Nach dieser Einstellungsänderung kann man mit der Schlaferkennung wunderbar überprüfen, wie lange und wie ruhig man tatsächlich geschlafen hat.

Fazit

Der Fitbit Charge HR ist ein sehr gelungener Fitness-Tracker. Er ist sehr leicht und intuitiv zu bedienen und eignet sich sowohl für sehr aktive Menschen, die ihre Aktivität überwachen wollen, als auch für weniger aktive Menschen, die ihre Leben aktiver gestalten wollen. Auch der Preis des Fitbit Charge HR von aktuell ca. 119 €  ist für die gebotenen Funktionen vollkommen in Ordnung. Nur die Kratzeranfälligkeit des Displays ist für uns ein Negativpunkt. Deshalb bekommt der Fitbit Charge HR von uns 4,5 von 5 Sternen.

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