Viele Rennspiel- und Simulationsfans klemmen ihr Lenkrad an den Schreibtisch und stellen vielleicht irgendwann fest, dass man noch einige Verbesserungen bei der Befestigung machen könnte. Dazu zählen der Aufwand beim Auf- und Abbauen, das Verlegen der Kabel, wegrutschende Pedale oder einfach nur mangelnde Stabilität an der Tischplatte. TechFire zeigt Dir, wie Du für relativ wenig Geld alle diese Probleme beseitigen kannst…

Idee

Selbstverständlich kann man, vorausgesetzt, dass Geld keine Rolle spielt, das perfekte Cockpit von etablierten Herstellern erwerben. Wer allerdings weniger investieren möchte und etwas handwerkliches Geschick mitbringt, kann gelassen auf solche Ausgaben verzichten und selbst an einer robusten Lösung arbeiten. Alle verwendeten Materialien sind für jedermann im Baumarkt zu kaufen und die Verarbeitung ist auch ohne Schweißen oder sonstige Metallbearbeitung zu bewerkstelligen. Man soll also mit den Materialien, die man vielleicht noch im Keller findet und ein paar ergänzenden Käufen ein solides, preisgünstiges Cockpit für die perfekte Rennsimulation zu Hause bauen können.

IMG_9198freigest

Materialliste

Manche Angaben in dieser Liste, besonders die Maße der Spanplatten, sind großzügig. Sie dienen der groben Kalkulation für die Abmessungen der benötigten Platten. Bis auf den Sitz ist alles im Baumarkt erhältlich. Aber bei Online-Auktionshäusern oder in Autohäusern lassen sich gute Gebrauchtteile erwerben.

holz

So geht’s

Wir beginnen mit der Unterkonstruktion für den Sitz. Der „Deckel“ der Kiste wird gemeinsam mit den 75 x 55 mm-Kanthölzern auf die beiden Stücke von Bohle oder Dachsparren geschraubt. Dafür werden die großen Holzschrauben (10 x 120 mm) verwendet.

Anschließend kann diese Konstruktion auf der Bodenplatte des Cockpits verschraubt werden. Dafür haben wir 120 mm-Holzschrauben verwendet, welche von unten eingeschraubt wurden.

Bild 1

Anschließend kann diese Baugruppe mit Sperrholz- oder Spanplatten verkleidet werden. Die Platten können je nach Stärke (Gewicht) geschraubt oder geklebt werden.

Zeichnung-2Auf dem Foto sind die große Holzschrauben (10 x 120 mm) zu sehen:

Optional kann man an den Kanten noch Winkelleisten anbringen, wie sie bei Holz- oder Paneeldecken verwendet werden.

Schublade

Wer obendrein noch etwas nützliches einbauen möchte, kann für den Zwischenraum unter dem Sitz eine Schublade bauen. Außerdem bietet sie den Vorteil, dass man die Sitzverschraubung nachziehen kann. Die Maße müssen an die Platzverhältnisse unter dem Sitz angepasst werden.

Cockpitschublade

„Armaturenbrett“

Für den Tisch, auf dem das Lenkrad befestigt wird, haben wir das gehobelte Kantholz benutzt. Mit vier Stützen á 69 cm können wir das 3 m lange Stück ohne Rest verwenden, da die restlichen ca. 22-23 cm für die Schaltungsbefestigung perfekt geeignet sind. Als Tischplatte dient die Spanplatte mit den Maßen 60 x 35 cm, welche mit den 120 mm-Holzschrauben befestigt wird.

Zeichnung 3

Sitzbefestigung

Je nach dem, ob man den Sitz mit den Schienen zur Verstellung montieren möchte oder nicht, muss darauf geachtet werden, dass er an der Schaltung vorbei geschoben werden kann. Sie ist je nach Art des Sitzes im Weg. Unseren Sitz haben wir mit M8-Sechskantschrauben durch das Kantholz des „Deckels“ befestigt. Die Verbindung kann ggf. nachgezogen werden und die Schrauben können nicht aus dem Holz ausreißen.

Tastatur, Maus, usw.

On Top kann man noch die Montage einer Halterung für Tastatur und Maus vorsehen. Am besten eignet sich eine Tastatur mit integriertem Touchpad, da so die Maus nicht durch Vibrationen bewegt werden kann und der Mauszeiger durchs Bild wandert.

Wir haben die Tastatur mit Klebe-Klett befestigt. Flauschband auf die Tastatur und Hakenband aufs Holz. Das hält gut und man muss keine Schrauben verwenden.

 Je nach dem, wie oft das Cockpit zum Einsatz kommt, lohnt es sich, die Kabel fest zu verlegen. Mit Nagelschellen können sie leicht befestigt werden und liegen nicht immer im Weg. Auch ein Headset (im Idealfall mit Kupplung) kann auf diese Weise fest eingebaut werden. Jetzt noch ein paar Schraubhaken zum Halten der aufgewickelten Kabel anbringen – fertig!

Tipps und Tricks

Zum Streichen von Span- bzw. Sperrholzplatten sollte man keinen Sprühlack verwenden. Sprühlacke enthalten viel mehr Lösungsmittel als Streichlacke und sorgen nur dafür, dass sich das Holz vollsaugt. Eine schöne, glänzende Oberfläche erreicht man nur mit dickflüssigem Lack und einem Pinsel bzw. einer Rolle. Wirklich glatt gehobeltes Holz kann man dagegen sehr gut mit der Spraydose lackieren.

Auch wenn die von uns verwendeten Schrauben und Kanthölzer vielleicht etwas überdimensioniert wirken, ist es ratsam, Teile mit großer Auflagefläche und starke Schrauben zu verwenden. Das zahlt sich nach ein paar Jahren aus, weil sich die ganze Konstruktion nicht so schnell lockert und insgesamt gegen Vibrationen, Stöße und Lenkbewegungen besser gerüstet ist.

Unter der Bodenplatte sollte man noch eine Unterlage befestigen, um die Reibung zu reduzieren. Je nach Bodenbeschaffenheit eignet sich Teppichboden (für Fliesen, Laminat o.ä.) oder glatte Materialien (kein PVC!) für Teppichbodenbelag.