Wenn Dein PC zu langsam ist oder Du mehr Leistung benötigst, besteht die Möglichkeit, den Arbeitsspeicher auszutauschen oder nachzurüsten. Viele Anwender scheuen davor, das Gehäuse zu öffnen und an den internen Komponenten zu arbeiten, weil sie sich unsicher sind. Doch der Austausch von RAM ist wirklich einfach…

Man kann seinen Arbeitsspeicher natürlich in einem Fachgeschäft gegen Bezahlung nachrüsten lassen. Doch muss man seinen PC dafür wirklich in den Computerladen bringen und möglicherweise für ein paar Tage ohne auskommen? Der Austausch von RAM ist, wenn man ein bisschen Fingerspitzengefühl hat auch für den Laien kein Problem. In der folgenden Anleitung zeigen wir euch, wie es geht.

Für unser Tutorial haben wir einen DDR4-2133 UDIMM-RAM von Crucial verwendet. Der 16 GB Kit besteht aus zwei Riegeln á 8 GB.

Dieses Produkt wurde uns kostenfrei vom Hersteller zur Verfügung gestellt. Unsere Berichte werden stets nach unserem Leitbild verfasst. (Mehr Infos)

Was ist RAM?

Der Arbeitsspeicher oder RAM (Random Access Memory) ist ein Speicher, der nur während der Laufzeit des PCs gefüllt ist. Die Daten bleiben nicht, wie auf einer Festplatte dauerhaft gespeichert. Wenn man also am PC arbeitet, wird der RAM entsprechend der Auslastung gefüllt. Wenn die Größe des Speichers nicht ausreicht, kommt es zu langen Wartezeiten. Dementsprechend kann die Gesamtleistung des PCs durch das Aufrüsten von RAM gesteigert werden. Man kann seinen kompletten Arbeitsspeicher als einzelnen Riegel einbauen, es ist aber auch möglich den Speicher auf mehrere Module aufzuteilen (z.B. für 16 GB zwei Riegel á 8 GB oder vier Riegel á 4 GB). Informationen und Empfehlungen dazu finden sich auch im Benutzerhandbuch des Mainboards.

Einbauposition im PC

Die RAM-Slots befinden sich auf dem Mainboard, der Hauptplatine eines jeden PCs. Je nach Hersteller und Modell können unterschiedlich viele RAM-Riegel (2, 4, 6, 8,…) eingesteckt werden. Je nach dem, wie viele Riegel man verwenden möchte, gibt es vom Mainboard-Hersteller Angaben, welche Slots als erstes zu besetzen sind. Meistens sind diese dann auch farblich gekennzeichnet. Im Benutzerhandbuch des Mainboards findet man auch Angaben darüber, wie viel Speicher der eingebaute RAM maximal haben kann und welche Taktrate unterstützt wird (Spezifikationstabelle). Das Mainboard für unser Tutorial hat 4 RAM-Slots, von denen zwei grau und zwei schwarz gekennzeichnet sind. Um die bestmögliche Leistung zu erzielen, sollen die beiden grauen Slots zuerst belegt werden. Man sollte vor dem Kauf natürlich prüfen, ob für den Einbau von zusätzlichen RAM-Modulen auch genug Platz vorhanden ist und dieser nicht durch den CPU-Kühler versperrt wird.

Wichtige Angaben

Auf den RAM-Modulen gibt es verschiedene Angaben, die für die Auswahl wichtig sind:

  • Speicherkapazität: “8GB” (Je größer der Speicher, desto besser.)
  • Speichergeneration: “DDR4” (Je höher die Ziffer, desto neuer die Technik. Man muss mit den Mainboard-Spezifikationen oder mit dem zuvor verbauten RAM abgleichen, welche Generation passt.)
  • Taktrate: “2133” (Sie muss passend zum Mainboard ausgewählt werden.)

UDIMM ist ein Modultyp für Desktop-PCs und 1,2 V sind die Betriebsspannung, die die Module benötigen. Welche Spezifikationen für das Mainboard geeignet sind, findet man in der Tabelle im Benutzerhandbuch.

RAM aufrüsten – so geht’s

Vor dem Arbeiten im PC-Gehäuse ist es ratsam, die statische Aufladung des eigenen Körpers zu minimieren. Ein Griff an ein Stück blankes Metall an der Heizung (geerdet) sorgt für statische Entladung. Das Netzteil sollte ausgeschaltet werden.

Zuerst werden die alten RAM-Riegel aus ihrem Slot herausgenommen. Dazu klappt man die Halteklammern an den Enden der Slots nach außen. Es gibt Mainboards, an denen man oben und unten die Klammern lösen muss und auch solche mit einer beweglichen und einer starren Klemme. Bei unserem Mainboard gibt es auf einer Seite Klammern und gegenüberliegend feste Klemmen:

Nach dem Öffnen kann man die Riegel – am besten an beiden Enden gleichzeitig – herausziehen. Wenn möglich, sollte man sie auf ein Stück Anti-Statik-Folie oder in die Originlverpackung der neuen Speichermodule legen.

Im nächsten Schritt können wir die neuen Riegel einbauen. Sie sind nicht symmetrisch und passen nur in einer Richtung in die Slots. Man kann eigentlich nichts falsch machen, weil die Bauform der Module die Richtung vorgibt.

 Zum Einstecken wird etwas Kraft benötigt. Nach dem Ansetzen sollte man die Riegel möglichst gleichmäßig eindrücken, bis sie mit einem deutlichen “Klick” einrasten und sich die Klammern schließen.

Anschließend kann man den korrekten Sitz noch einmal überprüfen. Wenn die Module jetzt allerdings nicht völlig schief sitzen, ist alles in bester Ordnung. Und wir sind fertig mit dem Einbau unseres neuen RAMs!

Wir haben dieses Tutorial von einer Person durchführen lassen, die noch nie einen RAM gewechselt oder in einem PC gearbeitet hat. Der komplette Wechsel vom Öffnen bis zum Schließen des Gehäuses ist in spätestens 20 Minuten durchgeführt. Und das ganz ohne berechnete Arbeitsstunden und Wartezeiten im Geschäft.