Seit Dezember 2016 ist der TS-PC Racer, die neueste Entwicklung von Thrustmaster für PC, auf dem Gaming-Markt erhältlich. Gemeinsam mit dem neuen T-GT bildet der TS-PC Racer jetzt die Speerspitze der Thrustmaster-Lenkräder. Wir haben das neue PC-Lenkrad genau unter die Lupe genommen…

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Aktuell ist in der Rennsimulations-Sparte von Thrustmaster ein deutlicher Trend zu höherwertigen Produkten zu erkennen. Die Lenkräder und Zubehör erscheinen in verschiedenen, kombinierbaren Varianten und die Entwicklung der beiden oben genannten Lenkräder bestätigt diesen Trend ebenfalls. Ergänzend dazu gingen Thrustmaster und Sparco im Juni 2017 eine Kooperation ein, welche auf weiteres interessantes und realistisches Zubehör hoffen lässt.

Bewährtes und Neuerungen

Der TS-PC Racer besteht aus Basis und Lenkrad. Der Lieferumfang enthält keine Pedale. Das Lenkrad befindet sich in einem kleinen Säckchen – eine nette Zugabe zum Staubschutz.

Zum Lenkrad

Der TS-PC Racer ist nach dem Ferrari F1 Wheel das nächste „Open Wheel“-Lenkrad in der Produktpalette von Thrustmaster. Es ist eine willkommene Abwechslung zu den Thrustmaster-Neuheiten der letzten Jahre und passt gut zu dem, nun schon eine ganze Zeit andauernden Trend zu kompakteren, offenen Lenkrädern im GT- und Tourenwagensport. Gleiches gilt für die farbliche Gestaltung. Die Anordnung und Anzahl der Tasten, die am Lenkrad zu finden sind, weichen nicht von den bisherigen ab. Etwas unglücklich ist die Form des Drehtasters. Einerseits hat das Lenkrad mehr Leistung und damit Force-Feedback, auf der anderen Seite wird die Bedienung dieses Tasters verglichen z.B. mit dem Ferrari GTE Wheel erschwert, weil man eine Hand komplett vom Lenkrad nehmen muss. Die Verarbeitung ist zum größten Teil gut, die Griffe haben allerdings an den nicht mit Wildleder beklebten, offenen Enden ziemlich unschöne Gussgrate bzw. Klebefugen. Der Kleber ist auch nach einigen Tagen noch recht deutlich zu riechen. Das kann schöner umgesetzt werden. Die Griffe sind aber schön dick und lassen sich sehr gut halten. Der Stoff ist etwas rauer als das Ferrari-Alcantara, aber dennoch rennmäßig und deutlich besser als die gummiartigen Lenkkränze der Vorgängermodelle. Die Tasten sind jetzt als glänzende Knöpfe ausgeführt und machen einen stabileren Eindruck als bisher. Neu sind die gekürzten Schaltwippen, die stabiler wirken, und die oben angebrachte Abdeckung, die im Moment den Thrustmaster-Schriftzug trägt. Hier ist wahrscheinlich noch Platz für eine Ganganzeige oder ein Lauflicht gelassen worden. Vielleicht dürfen wir uns ja bald über ein Add-on freuen.

Zur Basis

Hier gibt es sowohl innerlich, als auch äußerlich Veränderungen. Das Design ist etwas schnittiger, die Gehäusekomponenten bestehen jetzt teilweise aus Metall und tragen den Thrustmaster-Schriftzug. Das trägt zu einer hochwertigeren Optik bei und passt besser zu einem 500€ Lenkrad als ein Plastik-Gehäuse. Zur Sicherung des Quick Release-Gewindes wird jetzt eine größere Schraube verwendet. Wenn man die Basis nicht mit den im Gehäuse integrierten M6-Gewinden befestigt hat, konnte das in der Vergangenheit dazu führen, dass das Lenkrad auf der Tischplatte verrutscht. Deshalb wurde zwischen Basis und Befestigungshalter ein Gummistopper integriert. Gegen seitliches Verdrehen sichern jetzt zwei zusätzliche Stifte.

Der TS-PC Racer ist sehr leistungsstark. Das macht sich auch bei der Stromversorgung bemerkbar. Der Trafo ist nicht mehr im Gehäuse untergebracht, sondern benötigt etwas mehr Platz. Das Netzteil wurde somit – relativ elegant –  in ein Gehäuse in Form eines Turboladers verpackt. Ob man das Design nun mag oder nicht – die Wärme, die am Netzteil entsteht schmälert jetzt nicht mehr die Leistung des Force-Feedbacks. Der Netzanschluss erfolgt mittels Kaltgerätestecker und ist somit leicht verlängerbar. Die Länge der USB-Leitung ist wahrscheinlich durch die Performance-Verluste bei Verlängerung vorgegeben. 

Technische Daten

  • Lenkrad speziell für PC entwickelt
  • 1,6-faches Drehmoment der T300-/TX-Basis 
  • H.E.A.R.T (HallEffect AccuRate-Technologie) mit 16 Bit-Auflösung
  • dynamisches Drehmoment für vielseitiges, realistisches Verhalten (Field Oriented Control)
  • neuer bürstenloser Industriemotor (40 W)
  • „Turbo-Power-Netzteil“ mit 96 W maximaler Leistung
  • Neues Kühlsystem „Motor cooling embedded“
  • 270°-1080° Lenkeinschlag
  • Gehäusekomponenten aus Metall
  • Griffe mit Wildleder beklebt

Probefahrt

Wie bereits oben erwähnt hat die neue Basis richtig Power. Auch in den Sicherheitshinweisen gibt es jetzt deutlichere Warnungen bezüglich der Leistungsfähigkeit. Der TS-PC Racer gibt ein sehr ausgewogenes, äußerst gut kontrollierbares Force-Feedback, was sich auch in den Rundenzeiten bemerkbar macht. Man merkt sehr gut was das Auto macht und bekommt ein sehr gutes Gespür, um schnell reagieren zu können. Das Fahrverhalten auf welligen Strecken, in Kompressionen oder in langgezogenen Kurven wurde im Vergleich zu den Vorgängern T300/TX noch einmal gesteigert. Man spürt definitiv mehr Streckendetails. Oder ganz konkret: Mit dem TS-PC Racer kommt man echtem Autofahren ein großes Stück näher. Die Force-Feedback-Intensität ist wirklich höher, als bei der Vorgängerbasis und das Fahren am Limit – besonders mit übersteuernden, leistungsstarken Fahrzeugen – bereitet dank hervorragender Kontrolle großen Spaß. Beim Verwenden größerer Lenkraddurchmesser kann man die FFB-Stärke erhöhen und erhält somit auch bei längerem Hebelarm ein gutes Gespür. Das Lenkrad lässt sich auch bei schnellem Umsetzen von einer in die andere Richtung mit einem realistischen Drehmoment bewegen und macht keine unharmonischen Bewegungen (man hat z.B. nicht das Gefühl, dass sich das Lenkrad permanent selbst zu zentrieren versucht, oder spürt den Schlupf des Riementriebs). Das Fahren macht viel Spaß und der TS-PC Racer ist definitiv eine deutliche Weiterentwicklung. Man möchte gar nicht mehr Aufhören zu fahren, dreht Runde um Runde und pusht immer weiter. So muss Simracing sein.

Fazit

Der TS-PC Racer begeistert durch die neue Optik der Basis, sowie das offene Lenkrad und hat womöglich noch Potential für Add-ons. Weil das Netzteil relativ groß und schwer ist, muss erst mal ein geeigneter Platz dafür gefunden werden. Das Fahrverhalten ist sehr überzeugend und kommt dem realen Autofahren sehr nah. Bei verschiedensten Streckencharakteristiken und -beschaffenheiten hat man ein sicheres Gefühl für das Auto und verfügt über ausgezeichnete Kontrolle. Der Preis entsteht durch die technischen und optischen Verbesserungen. Da jedoch keine Pedale im Paket sind, ist der Preisunterschied zu den Vorgängern ziemlich groß. Der TS-PC Racer ist im Moment zu einem relativ hohen Preis von knapp über 500€ erhältlich. Zum perfekten Preis-Leistungs-Verhältnis fehlen besonders bei der Verarbeitung des Lenkrads noch  ein paar Punkte. Alles in allem ist der TS-PC Racer jedoch ein super Rennlenkrad für Simulationsfreunde! Für das Gesamtpaket vergeben wir 4,5 von 5 Sternen!